DAS CITY ATELIER:

ALLE KUNST IST MAß

5. Mai – 27. Oktober 2019

Neueröffnung am 5. Mai, 13 Uhr:

"Alle Kunst ist Maß. Maß gegen Maß, das ist alles. Die Maße, oder bei Figuren die Proportionen, bestimmen den Eindruck, bestimmen die Wirkung, bestimmen den körperlichen Ausdruck, bestimmen die Linie, die Silhouette und alles."

Wilhelm Lehmbruck (1881-1919)

Das CITY ATELIER lädt Besucher dazu ein, Kunst zu erleben und selbst Kunst zu machen.

Jeden Sonntag und jeden ersten Freitag im Monat kann man hier ab 14 Uhr mit professionellen

Künstlern zusammenarbeiten und das ohne große Umstände, denn es ist keine Anmeldung erforderlich. Zur Teilnahme reicht die Eintrittskarte ins Museum aus.

Jetzt geht das CITY ATELIER mit einem neuen Themenschwerpunkt in die Verlängerung: Unter dem Leitsatz und Lehmbruck-Zitat „Alle Kunst ist Maß“ zeigt es ab 5. Mai künstlerische Positionen zu einem Gestaltungsprinzip, das nicht nur Wilhelm Lehmbruck sehr beschäftigt hat. Schon seit der Antike versuchten Künstler, die menschliche Anatomie in den Maßverhältnissen einer „Proportionslehre“ festzulegen, wie etwa mit dem Goldenen Schnitt. Die Proportionen eines Kunstwerks, das Verhältnis seiner Teile untereinander, entscheiden maßgeblich mit, ob wir es als schön und harmonisch empfinden oder nicht.

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(Der Flyer zeigt die Plastik "Der Mensch", 1909, von Wilhelm Lehmbruck)

Künstler*innen und Werke

Das CITY ATELIER zeigt Werke namhafter Künstler*innen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, oder die sogar den eigenen Körper zum „Kunst-Maß“ machen, wie etwa die aus Idaho stammende Heather Hansen. In ihren Arbeiten verbindet sie verschiedene Genres wie Tanz, Performance und Film, um neue Arten des Körpererlebens zu ermöglichen und die Körperwahrnehmung zu sensibilisieren. Hierzu macht sie die flüchtige Natur der Bewegung zum künstlerischen Material. Sie entwickelte eine spezielle Technik, bei der die eigenen Bewegungen durch Zeichnen und Tanzen auf eine große Leinwand übertragen werden und die sie "kinetisches Zeichnen" nennt.

Von Heather Hansen werden im CITY ATELIER zwei Videos gezeigt: "Grand Isle - Louisiana" sowie "Emptied Gestures", die auf die Ursprünge dieser Technik verweisen und dazu anregen, selbst tätig zu werden und diese auszuprobieren. Die Besucher können im CITY ATELIER die eigenen Proportionen und Dimensionen durch zeichnerische Experimente erkunden, bei denen der ganze Körper zum Einsatz kommt.

Die Proportionen des David von Michelangelo folgen nicht dem Goldenen Schnitt, denn das Original wurde auf eine starke Untersicht ausgelegt. Dennoch gilt die Skulptur als Beispiel für perfekte Proportionen und ist eines der bekanntesten Werke der Kunstgeschichte. Im CITY ATELIER werden von ihr zeitgenössische Interpretationen zweier deutscher Konzeptkünstler präsentiert: Hans-Peter Feldmann entschließt sich, Michelangelos David „aufzupeppen“ und entwirft eine poppig colorierte Fassung (2006).

In der Kunstaktion „Feindliche Übernahme von British Petroleum“ bestreicht Ruppe Koselleck seine Version des David mit einer Mischung aus Altöl und Bitumen. In dieser Kunstaktion begibt er sich als einzelner Künstler in die Rolle des schlauen Underdog, der sich gegen eine vermeintliche Übermacht, den Großkonzern BP, zur Wehr setzt.

Weitere Exponate

Hans-Peter Feldmann, Zollstockhaus (undatiert)

Hans Uhlmann, Kopf, 1937, Stahldraht

Unbekannter Künstler, Thailändischer Buddha (14.-17. Jh.)

K.O. Götz, Leonardo, 1999, Rakelarbeit auf Papier

Reiner Ruthenbeck, Blechhand

Lucio Fontana, Radierung in Weiß

 

Termine

Sonntag, 5. Mai, 13 Uhr: Neueröffnung CITY ATELIER „Alle Kunst ist Maß“ / 14 bis 17 Uhr: Maske und Identität - Fantastische Selbstbildnisse, mit Sabine Bazan. Am ganzen Tag gilt "Pay what you want!"

Sonntag, 12. Mai, 14 bis 17 Uhr: Der Goldene Schnitt – Zeichenübungen zur Proportion, mit Maamon Alramadan

Sonntag, 19. Mai, 14 bis 17 Uhr: Tief beeindruckt – radierte Schönheit, mit Lisa Seidel

Sonntag, 26. Mai, 14 bis 17 Uhr: Kleidung in Szene gesetzt – künstlerische Modezeichnungen, mit Bettina Kohrs

 

Kunst im Doppelpack

Auch die beliebten und oft ausgebuchten Museumsbesuche mit den kleinsten Besuchern gehen weiter. Für "Kunst im Doppelpack" mit Teresa Grünhage gibt es neue Termine und auch wieder freie Plätze.

Hier kann man in entspannter Atmosphäre zusammen mit anderen Eltern Kunst entdecken. Jede Führung ist auf die Altersgruppe der Kinder ausgerichtet und lässt das Museum als spielerischen Lernort erleben, der Möglichkeiten für künstlerische Erfahrungen und spannende Gespräche bietet. Im Anschluss an die Führung gibt es Zeit für Austausch und eigene künstlerische Erfahrungen. Bei Bedarf kann gestillt, gefüttert und gewickelt werden.

Termine/Themen

3. Mai "Schönheit", 7. Juni "Tierwelten", 5. Juli "Das CITY ATELIER", 9. August "Draußen ist was los: Kunst im Park", 6. September "Hörst du die Musik?", 11. Oktober "Eigenartig und vertraut", 15. November "Fundstücke", 13. Dezember "Leichtigkeit und Schwere"

Uhrzeit: Für Kinder von 0 bis 1,5 Jahren geht´s um 10.30 Uhr los, für Kinder von 1,5 bis 3 Jahren um 15.00 Uhr.

Kosten: 9 € / ermäßigt 5 € (+5 € Material bei den 1,5- bis 3-Jährigen)

Kinder haben freien Eintritt.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter:

kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de oder T. 0203 283 2195

Angebote für Schulklassen (Sek 1 und Sek 2)

Die Bedeutung der Proportionen in Natur und Kunst sowie der Mensch mit seinem Erscheinungsbild stehen im Fokus des CITY ATELIERS. Die Schüler*innen werden durch zeichnerische Erkundungen dazu angeregt, Formeigenschaften genauer zu beobachten sowie die Wahrnehmung der eigenen oder fremden Gestalt, des Gesichts und des Körpers zu schärfen. Durch Bewegungsdarstellungen der zeichnerischen Spur können die Ausdrucksqualitäten des zeichnerischen und grafischen Gestaltens erweitert werden.

Angebote für Grundschulen und Kindergärten

Eine Reihe von Angeboten innerhalb des CITY ATELIERS ist speziell auf die Bedürfnisse der Vorschulkinder und auf den Primarstufenbereich zugeschnitten.

„Pendel-Painting“

Die harmonischen Schwingungen eines Pendels können mit Hilfe einer Spur ausrinnender Farbe untersucht werden. Das so entstandene Bild ist ein faszinierender Ausdruck harmonischer physikalischer Prinzipien.

Schaumtisch“

Für Kinder ist das eigene sinnliche Erleben eine wichtige Erfahrung und ein Weg zur Erschließung von Kunst. Eine direkte Auseinandersetzung mit Bewegung und Material kann an unserem „Schaumtisch“ stattfinden. Die dort entstehenden Spuren sind Ausdruck eigener Bewegung und körperlicher Erfahrung.

Maß nehmen“

Wie lang sind die Bodenplatten im Museum, wie hoch ist die Bank und wie groß ist man selbst oder der Sitznachbar? Das „Zollstockhaus“ von Hans Peter Feldmann lädt dazu ein, Maß zu nehmen. Richtiges Maß nehmen und der richtige Umgang mit Messwerkzeugen sind wesentliche Voraussetzungen, um eigene handwerkliche Projekte umzusetzen.

Ferien im CITY ATELIER

In den Schulferien steht im CITY ATELIER jede Woche ein neuer Workshop für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren auf dem Programm. Gestaltet werden die Kurse von erfahrenen Künstler*innen und Kunstpädagog*innen. Die Workshops finden jeweils montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr statt und kosten 50 Euro pro Kind und Kurs.

 

Kunst ist für alle da

Der Verein KulturPott Ruhr e.V. vermittelt kostenfreie Tickets für Kulturveranstaltungen im Ruhrgebiet an Menschen mit geringem Einkommen. Für Gäste dieses Vereins haben wir für alle hier genannten Veranstaltungen kostenfreie Plätze reserviert.

Mehr Infos unter: https://www.kulturpott.ruhr

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Über LehmbruckMuseum

In einem der reizvollsten Museumsbauten der Nachkriegszeit präsentiert das LehmbruckMuseum eine einzigartige Sammlung moderner Skulptur. Ausgehend vom Werk Lehmbrucks begegnen sich hier Primitivismus und Kubismus, Abstraktion und Expressionismus, Konstruktivismus und Minimalismus – in Werken von Picasso, Barlach, Brancusi, Dali, Magritte, Beuys oder Serra. Zudem verfügt das Museum über Deutschlands bedeutendste Giacometti-Werkgruppe. Wegweisende Wechselausstellungen und Veranstaltungen sowie die überregional beachtete Kunstvermittlung ergänzen die Sammlung und machen das Haus zu einem Ort der Kommunikation zwischen Mensch und Kunst.

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