Oskar Schlemmer: 100 Jahre Bauhaus

10. November 2018 bis 17. Februar 2019

Eröffnung: Samstag, 10. November 2018, 15 Uhr

Pressetermin: Donnerstag, 8. November 2018, 11 Uhr

2019 jährt sich die Gründung des Bauhauses in Weimar zum hundertsten Mal. Als Teil des Bauhaus-Jubiläums in Nordrhein-Westfahlen „100 jahre bauhaus im westen“ widmet das Lehmbruck Museum Oskar Schlemmer (1988–1943) eine Kabinettausstellung. Schlemmer gilt als einer der einflussreichsten und vielseitigsten Künstler des Bauhauses. Er war nicht nur als Maler, sondern auch als Grafiker, Wandgestalter, Bühnenbildner, Choreograf und Bildhauer tätig. Auf 140 m² präsentiert die Ausstellung grafische, malerische und skulpturale Arbeiten des Künstlers in Duisburg.

Mit der „Fünfzehnergruppe“ (1929) steht ein Schlüsselwerk Schlemmers im Zentrum der Ausstellung. Das Gemälde ist eines der letzten, das am Bauhaus in Dessau entstand. Es zeichnet sich durch eine besondere Dynamik und bildnerische Komplexität im Zusammenspiel von Figur und Raum aus. Das Gemälde führt die Synthese von Abstraktion und Gegenständlichkeit als zentrales künstlerisches Anliegen Schlemmers vor Augen. Ergänzt durch hochkarätige Leihgaben aus einer Privatsammlung, stellt das Lehmbruck Museum sein vielgestaltiges Œuvre beispielhaft vor.

Schlemmers geometrische Formensprache wird insbesondere in den plastischen Arbeiten sichtbar, die vor allem im Zeitraum zwischen 1919 bis 1923 entstehen. Mit den Wandreliefs „Relief H bronziert“ (1919) und der „Bauplastik R“ (1919, Edition 1959 II) sowie der Rundplastik „Abstrakte Figur“ (1921/1923, Edition 1961) ist das plastische Werk Oskar Schlemmers in der Duisburger Ausstellung für die Besucher in einer repräsentativen Auswahl erfahrbar.

Zeit seines Lebens widmet sich Schlemmer sowohl der Malerei als auch der Arbeit auf der Bühne. Als Meister der Bühnenwerkstatt kann er sein Interesse an Malerei, Plastik, Licht und Bewegung in seiner künstlerischen Arbeit vereinen. Auf besondere Weise haben Schlemmers Bühneninszenierungen das Bild des Bauhauses geprägt. Seine berühmteste Inszenierung, das „Triadische Ballett“ (1912–1922), für das er die Choreografie und die Kostüme entwarf, wird in der Ausstellung in einer Filmaufnahme präsentiert. Es gilt heute als Meilenstein des Tanztheaters.

Zu Oskar Schlemmer:

Oskar Schlemmer wird 1888 in Stuttgart geboren. Zwischen 1903 und 1905 lässt sich Schlemmer in der Stuttgarter Intarsienwerkstatt zum kunstgewerblichen Zeichner ausbilden. Anschließend studiert er vier Jahre lang an der Kunstgewerbeschule in Stuttgart und erhält ein Stipendium an der hiesigen Akademie der bildenden Künste. Nach einem Aufenthalt in Berlin kehrt er 1913 nach Stuttgart zurück und leitet bis zu seinem Einzug in den Kriegsdienst 1914 den Neuen Kunstsalon am Neckartor.

Nach dem Krieg, im Januar 1921, wird Oskar Schlemmer als einer der ersten Meister durch Walter Gropius an das Staatliche Bauhaus nach Weimar berufen. Er leitet zuerst die Wandmalereiabteilung, anschließend die Steinbildhauerei. Zudem ist Schlemmer von 1923 bis 1929 Leiter der  Bühnenwerkstatt des Bauhauses in Weimar und Dessau. Während seiner Tätigkeit in Weimar leistet Schlemmer einen vielseitigen Beitrag auf den Gebieten der Wandgestaltung, Malerei, Plastik, Druckgrafik, Werbung und Bühne.  Im Juli 1929 verlässt er das Bauhaus.

In den folgenden Jahren arbeitet er als Professor in Breslau und Berlin. Nach seiner fristlosen Kündigung 1933 hält er sich für kurze Zeit in der Schweiz auf. Während seine Kunst unter den Nationalsozialisten als entartet verfemt wird, realisiert er 1937 in der London Gallery seine erste Einzelausstellung. Es folgen mehrere kleinere Malereiaufträge in Deutschland. 1940 richtet er ein Labor für lacktechnische Versuche ein, in dem Künstlerkollegen wie Willi Baumeister, Gerhard Marcks oder Georg Muche arbeiten.

Am 13. April 1943 stirbt Oskar Schlemmer nach längerer Krankheit in Baden-Baden.

Die Ausstellung ist Teil des Bauhaus-Jubiläums "100 jahre bauhaus im westen" und wird vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) gefördert.

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Über LehmbruckMuseum

In einem der reizvollsten Museumsbauten der Nachkriegszeit präsentiert das LehmbruckMuseum eine einzigartige Sammlung moderner Skulptur. Ausgehend vom Werk Lehmbrucks begegnen sich hier Primitivismus und Kubismus, Abstraktion und Expressionismus, Konstruktivismus und Minimalismus – in Werken von Picasso, Barlach, Brancusi, Dali, Magritte, Beuys oder Serra. Zudem verfügt das Museum über Deutschlands bedeutendste Giacometti-Werkgruppe. Wegweisende Wechselausstellungen und Veranstaltungen sowie die überregional beachtete Kunstvermittlung ergänzen die Sammlung und machen das Haus zu einem Ort der Kommunikation zwischen Mensch und Kunst.