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Neuaufgestellt!

Präsentation der Sammlung

Ab 3. Dezember 2016

Pressekonferenz: 1. Dezember 2016, 11 Uhr

Meilensteine der Kunstgeschichte von der Arte Povera über Minimal Art bis zur Pop Art sowie Meisterwerke des Expressionismus sind unter dem Titel „Neuaufgestellt!“ zu sehen.

 

Die hochkarätige Sammlung des Lehmbruck Museums wird im 1987 eingeweihten Neubau präsentiert, der nun wieder mit allen Ebenen als Ausstellungsfläche für unsere Besucher geöffnet ist. Mit der Wiedereröffnung des markanten Erweiterungsbaus ist das Museum nun wieder mit allen Gebäudeteilen erlebbar.

 

„Darauf haben wir lange gewartet“, so Kulturdezernent Thomas Krützberg. „Ich bin froh, dass das Lehmbruck Museum seine außerordentliche Sammlung nun wieder im ganzen Gebäude zeigen kann. Viele Bürger werden, ebenso wie ich, begeistert sein, wenn sie das Ergebnis der Neupräsentation in den Räumen sehen, die seit Jahren der Öffentlichkeit entzogen waren.“

 

Auch Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla zeigt sich stolz und zufrieden: „Mit viel Engagement und vereinten Kräften des gesamten Museumsteams ist es uns gelungen, die Räume so einzurichten, dass wir rund 100 Kunstwerke mehr zeigen können als bislang. Unsere Besucher werden sich sicher über die Meisterwerke des Expressionismus ebenso freuen wie über die neu gewonnene Offenheit der Ausstellung.“

Raumgreifende Installationen, ikonische Skulpturen und Objekte mit Hauptwerken der Arte Povera von Jannis Kounellis, der Minimal Art mit Donald Judd und als Gegenpol Andy Warhol mit seiner berühmten „Brillo Box“ zeigen exemplarisch die wichtigsten Bewegungen der Kunstgeschichte der sechziger Jahre. Ein eigener Bereich ist Joseph Beuys und seinem Umkreis um 1970 gewidmet. Prominent präsentiert sind bedeutende Werke von Anish Kapoor und Frank Stella.

 

Das Modell des Duisburger „Lifesaver“-Brunnens von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle zeigt spielerische Freude an Mechanik und Bewegung ebenso wie die drehbare Henry Moore-Bronze oder das Schaukelpferd des Medienpioniers Nam June Paik. Auch der beliebte Raum von Christian Boltanski ist wieder zugänglich – ein Archiv der Lieblingsstücke von Duisburger Kindern.

In den oberen Galerienräumen, deren offene Raumstruktur nun wieder hergestellt ist, sind Meisterwerke der herausragenden Gemäldesammlung des Lehmbruck Museums zu sehen, darunter Gemälde der Künstlergruppen „Brücke“, „Blauer Reiter“ und „Novembergruppe“. Bedeutende Gemälde von Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Emil Nolde, Max Pechstein und Ernst Ludwig Kirchner, die Kunstgeschichte geschrieben haben, werden von Graphiken und Skulpturen begleitet. So gibt die Sammlungspräsentation einen repräsentativen Überblick über die wichtigsten Künstlergruppen und -persönlichkeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

 

Der Expressionismus ist nicht nur eine Stilrichtung unter vielen in der Kunst, sondern benennt eine Epoche, die noch heute für den Aufbruch in eine neue Zeit steht. Die Künstler versuchten, mit ihren Werken der Lebenswelt so nah wie möglich zu kommen und sich in die Gestaltung der Gesellschaft einzumischen. So entstand ein Zeitgeist der Moderne, der noch heute in ihren Kunstwerken deutlich spürbar ist.

 

„Neuaufgestellt!“ ist gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum der Kulturstiftung des Bundes.

 

Ausstellungsarchitektur

 

Die neue Ausstellungsarchitektur ist hervorgegangen aus einer Veranstaltung der Hochschule Bochum, Fachbereich Architektur. Das Stegreif-Konzept von Daniel Spievak bildet die Grundlage der Ausstellungsarchitektur, die unter der Leitung der Architekten Dipl.-Ing. Agnes Brigida Giannone und Dipl.-Ing. Frank Lohner (LHVH Architekten BDA) als ARGE LEHMBRUCK realisiert wurde.

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International Fellowship

 

Das Programm International Museum Fellowship der Kulturstiftung des Bundes ist im Lehmbruck Museum dem Thema audience development in theoretischer und praktischer Hinsicht gewidmet. Im 21. Jahrhundert können sich Museen nicht mehr auf das Ausstellen und das akademische Sprechen über Kunst beschränken. Vielmehr hat sich das Wesen des Museums von der „Wunderkammer“ zu einem Treffpunkt für sozialen, intellektuellen und interaktiven Austausch hin verschoben. Das heißt, dass die Besucher mithilfe verschiedener Techniken zum „Andersdenken“ angeregt werden.

 

Die Angebote des Open space in der Neupräsentation der Sammlung richten sich an das allgemeine Publikum ohne Expertenwissen. Einfache Mittel, wie Ruhezonen, Bücher und künstlerisches Material, regen die Besucher dazu an, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken. Insbesondere Kinder werden motiviert, ihren Drang zum praktischen Arbeiten auszuleben. Die in diesem Bereich zur Verfügung stehenden Materialien richten sich an Menschen aller Altersstufen.

 

Zusätzlich zu den beiden oben genannten Angeboten gibt es ein interaktives Element innerhalb der Ausstellung selbst. Alle Besucher können sich für einige von den Künstlern unbenannte Kunstwerke selbst Titel ausdenken. Durch diese einfache Aufgabe erhalten die Besucher die Möglichkeit, einige Momente länger vor den Werken innezuhalten und ihre eigene Kreativität einzubringen.

 

Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla freut sich über das neue Angebot in der Mitte des Museums: „Open space ist ein Raum für das Experiment mit einfachsten Mitteln. Es macht unsere Besucher zu Produzenten, sie können dem Gesehenen etwas Eigenes hinzufügen.“

 

Clara Wanatirta, geboren in Indonesien, ist seit Mai 2016 als International Fellow im Lehmbruck Museum tätig. Sie hat fünf Jahre in New Yorker Museen Erfahrungen gesammelt, u. a.  im berühmten Solomon R. Guggenheim Museum.

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Über LehmbruckMuseum

In einem der reizvollsten Museumsbauten der Nachkriegszeit präsentiert das LehmbruckMuseum eine einzigartige Sammlung moderner Skulptur. Ausgehend vom Werk Lehmbrucks begegnen sich hier Primitivismus und Kubismus, Abstraktion und Expressionismus, Konstruktivismus und Minimalismus – in Werken von Picasso, Barlach, Brancusi, Dali, Magritte, Beuys oder Serra. Zudem verfügt das Museum über Deutschlands bedeutendste Giacometti-Werkgruppe. Wegweisende Wechselausstellungen und Veranstaltungen sowie die überregional beachtete Kunstvermittlung ergänzen die Sammlung und machen das Haus zu einem Ort der Kommunikation zwischen Mensch und Kunst.

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