Jahresprogramm 2018

Ausstellungen im Lehmbruck Museum

 

Rebecca Horn

Hauchkörper als Lebenszyklus

Laufzeit: bis 2. April 2018

Kuratorin: Dr. Söke Dinkla, Mitarbeit: Nina Hülsmeier M.A.

 

Unverwechselbar, spannungsgeladen und poetisch – so lässt sich das Werk der Wilhelm-Lehmbruck-Preisträgerin Rebecca Horn beschreiben. Mit großer Leichtigkeit wechselt sie zwischen den unterschiedlichsten künstlerischen Disziplinen und begeistert ihr Publikum. Mit ihren Skulpturen, Malereien und Filmen überrascht sie uns und fordert zugleich zum Innehalten auf.

 

Seit dem 24. November 2017 stellt das Lehmbruck Museum nun die Werke der vielfach ausgezeichneten, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Künstlerin aus. Die Werkschau „Hauchkörper als Lebenszyklus“ ermöglicht den Besuchern in das bewegte Oeuvre der Künstlerin zurückzublicken. Ihre internationale Premiere hat hier ihre neueste Werkgruppe, die „Hauchkörper“, die zum ersten Mal öffentlich zu sehen sind. Sie führen uns mit ihren eleganten, goldenen Stäben, die sich in unterschiedlichsten Formationen langsam hin und her wiegen, zu einem Zustand innerer Ruhe. Auf diese Weise wechseln sich Filme wie „Buster´s Bedroom“ mit Aquarellen und bewegten, raumgreifenden Skulpturen ab.

 

Seit ihrer Eröffnung vor etwas mehr als zwei Monaten erfreut sich die Ausstellung größter Beliebtheit bei Besuchern von nah und fern. So erfährt die Präsentation nicht nur an „normalen“ Ausstellungstagen regen Zuspruch, auch die Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellungen sind regelmäßig ausgebucht. Die Führungen zur Ausstellung übertreffen alle Erwartungen.

 

Die Ausstellung wurde vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, der Kunststiftung NRW, der Volksbank-Rhein-Ruhr-Stiftung, der Sparkasse Duisburg, Stephan Böninger, der Elskes GmbH, der Moontower Foundation, Dr. Gianfranco D’Amato und dem Studio Trisorio, Diana Küppers, Dr. Thomas Ludwig, Dr. Otmar Franz, Dr. Doris König, Paul Köser, Dr. Reimund Göbel, der Wohnungsbau AG Duisburg, Paul Stockhorst sowie Dr. Dietrich Döpp unterstützt.

 

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Wilhelm Lehmbruck und Sally Falk. Ein Künstler und sein Mäzen

Begleitausstellung zu den Lehmbruck Lectures

Laufzeit: 22. März bis 10. Juni 2018

Kuratorin: Dr. Marion Bornscheuer

 

Die Ausstellung „Wilhelm Lehmbruck und Sally Falk. Ein Künstler und sein Mäzen“ zeigt Exponate aus dem ehemaligen Besitz Sally Falks aber auch andere Arbeiten, die während der Kriegsjahre entstanden sind. So gibt die Ausstellung einen Einblick in Lehmbrucks Schaffensjahre während des Ersten Weltkrieges.

 

Zu dieser Zeit lernt Wilhelm Lehmbruck den Mannheimer Textilfabrikanten und Kunstliebhaber Salomon, genannt Sally, Falk (1888-1962) kennen, der in den folgenden Jahren zu Lehmbrucks wichtigstem Mäzen avanciert. Die Bekanntschaft entwickelt sich zu einer fruchtbaren Symbiose: Falk, der die Heeresleitung mit Uniformen beliefert, unterstützt den Bildhauer mit einer monatlichen Rente. Im Gegenzug darf er sich in Lehmbrucks Atelier jährlich Werke für seine Kunstsammlung aussuchen und gibt auch selbst Werke in Auftrag. 1916 vermittelt er Lehmbruck außerdem die erste und zu Lebzeiten größte Einzelausstellung in Deutschland in der Mannheimer Kunsthalle. Als Falks Firma 1917 liquidiert wird, verfügt er mit knapp 100 Werken über die größte Lehmbruck-Sammlung weltweit.

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Gerhard Losemann

C-Prints

Laufzeit: 26. April bis 5. August 2018

Kurator: Jörg Mascherrek M.A.

 

Anlässlich seines diesjährigen 80. Geburtstages widmet das Lehmbruck Museum dem Duisburger Künstler Gerhard Losemann eine eigene Studio-Ausstellung. Zu diesem Anlass werden auch die jüngsten Werke des Künstlers präsentiert, die mittels digitalen Bildtechniken und Bearbeitungen entstanden sind.

 

Das malerische Werk Gerhard Losemann besticht durch die konsequente und sehr differenzierte Abstrahierung landschaftlicher Motive. So greift er mittels zeichnerischer Wiedergabe auf reale Situationen zurück, um sie anschließend mit verschiedensten künstlerischen Techniken auf Formen und Farben zu reduzieren. Das ursprüngliche Motiv wird verfremdet. Der gestalterische Spielraum des Duisburger Künstlers erweitert sich durch den Einsatz unterschiedlichster Materialien. So wird die Wellhornschnecke ebenso in sein Werk einbezogen, wie auch einfacher Isolierschaum. Das künstlerische Schaffen Losemanns wird in den letzten Jahren zunehmend von digitalen Möglichkeiten der Bildfindung geprägt.

 

Die Ausstellung wird mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen Duisburg-Stiftung und des Kulturbeirats der Stadt Duisburg realisiert.

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Kunst & Kohle

Reichtum: Schwarz ist Gold

Ein Ausstellungsprojekt der RuhrKunstMuseen

Laufzeit: 3. Mai bis 16. September 2018

Kurator: Dr. Michael Krajewski

 

Dass die Losung „Kohle bedeutet Reichtum“ noch immer gilt, zeigt die Ausstellung „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Kunst & Kohle“. Abseits sozialgeschichtlicher Betrachtungsweisen steht das Grubengold hier im Mittelpunkt raumgreifender Installationen und Skulpturen.

 

Die Eigenschaften des Rohstoffs, sein tiefes Schwarz,  seine schimmernde Oberfläche und taktile Qualitäten, wurden spätestens mit den sechziger Jahren von der zeitgenössischen Kunst entdeckt und in zahlreiche Arbeiten integriert. So haben sich Künstler wie Reiner Ruthenbeck, Richard Serra, David Hammons und Bernar Venet der Kohle als Material bemächtigt. Mit ihr als ästhetischer Ressource und wiederkehrendem Element haben sie sich vom traditionellen Konzept der Skulptur gelöst und reimgreifende Installationen geschaffen. Künstlerinnen und Künstler der jüngeren Generation wie Jürgen Stollhans, Kalin Lindena oder Frauke Dannert entwerfen Werke, die gezielt für die Ausstellung entstehen.

 

Das Lehmbruck Museum ist eines von 17 Kunstmuseen aus 13 Städten, die an dem Ausstellungsprojekt teilnehmen.

 

Das Projekt „Kunst & Kohle“ wird von der RAG Stiftung, der Brost-Stiftung, dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Kunststiftung NRW gefördert.

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Xu Bing

Dragonfly Eyes

Im Rahmen von „Sculpture 21st“

Laufzeit: 9. Juni 2018 bis 2. September 2018

Kuratorin: Dr. Söke Dinkla, Mitarbeit: Nina Hülsmeier M.A.

 

In einer Veröffentlichung des Wall Street Journals schätzte ein Sicherheitsexperte, dass in China mehr als 100 Millionen Überwachungskameras installiert sind, die (fast) jede Szene des öffentlichen Lebens aufnehmen. Xu Bing verwendet dieses Bildmaterial und produziert erstmals einen Film, in dem Aufnahmen der Webkameras an die Stelle einer aufwändigen Filmproduktion treten. Dieser Film wird im Sommer 2018 erstmals in Deutschland im Lehmbruck Museum im Rahmen der Reihe „Sculpture 21st“ gezeigt. „Dragonfly Eyes“ zeigt spektakuläre Szenen wie Autounfälle, Straßenkämpfe, Unwetter und ganz alltägliche Ereignisse aus der Perspektive einer Protagonistin, die ihr Äußeres immer wieder operativ verändern lässt.

Mit enormen Erfindungsreichtum entwickelt Xu Bing eine neue Bildsprache des digitalen Zeitalters, in der sich reale Begebenheiten aus dem Alltagsleben Chinas zu einer übergeordneten Erzählung formieren. In der großen Glashalle des Lehmbruck Museums inszeniert er einen Livestream-Überwachungsraum. 25 Laptops haben simultan die Live-Szenen aufgenommen aus denen sein Film entstanden ist.

Xu Bings Ausstellung „Dragonfly Eyes“ ist die erste Präsentation zum Thema „Postdigital“ von „Sculpture 21st“. „Postdigital“ wird von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West gefördert.

Kooperationspartner ist die Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen Kulturellen Austausch e.V. (GeKA).

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Jochen Gerz

TXT. Jochen Gerz: (K)Eine Retrospektive

Laufzeit: September 2018 bis Februar 2019

Kuratorin: Dr. Söke Dinkla, Mitarbeit: Guido Meincke M.A., Nina Hülsmeier M.A.

 

Jochen Gerz, der zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Gegenwart gehört, zeigt im Lehmbruck Museum seine erste Retrospektive, die allerdings keine „gewöhnliche“ Rückschau im eigentlichen Sinne ist.  Seit nunmehr 15 Jahren hat er keine Ausstellungen in Museen und Galerien mehr realisiert – mit Ausnahme von kleineren Präsentationen im Museum Folkwang in Essen und dem Pariser Centre Pompidou. Gerz hat sich vor allem auf den öffentlichen, sozialen und politischen Raum eingelassen, Städte und Vorstädte, die er die „schönsten Galerien der Erde“ nennt. Die im Lehmbruck Museum stattfindende Ausstellung „TXT. Jochen Gerz: (K)Eine Retrospektive“ stellt insofern eine große Besonderheit dar.

 

Sie konzentriert sich auf einen autobiographischen und zeitgeschichtlich reflektierenden Text von Jochen Gerz aus dem Jahr 2017. Er gleicht einem Manifest, bindet sein gesamtes Werk ein und wird in die klassische Situation des Ausstellungskontextes zurückübersetzt. Schließlich wird er in großen Lettern an die sieben Meter hohe Fassade der Glashalle des Lehmbruck Museums angebracht. Der allgegenwärtigen Werbeästhetik wird damit eine „laute Stille“ entgegengesetzt. Fragen nach der Zukunft des (Kunst)Museums stehen für Gerz ebenso im Raum, wie Fragen nach der Welt, wie sie der zukünftige Besucher mit in das Museum bringt.

 

Jochen Gerz´ Präsentation beinhaltet darüber hinaus Verweise, die sogenannten „Pop-Ups“, die den Besuchern die Möglichkeit geben, weitere Inhalte (Texte und Fotos) aus seinem digitalen Archiv aufzurufen.

 

Die Ausstellung wird von dem Landschaftsverband Rheinland, der Kulturstiftung der Länder, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Sparkasse Duisburg gefördert.

 

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Ausstellung der Interessengemeinschaft „Duisburger Künstler“

Laufzeit: 10. November 2018 bis 17. Februar 2019

Kuratorin: Dr. Marion Bornscheuer

 

Vom 10. November 2018 bis zum 17. Februar 2019 zeigt das Lehmbruck Museum die Ausstellung der Interessengemeinschaft „Duisburger Künstler“. Sie setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Duisburger Sezession, dem Duisburger KünstlerBund und den Freien Duisburger Künstlern. Von einer siebenköpfigen Jury ausgewählt, präsentieren  Künstlerinnen und Künstler, die in Verbindung mit der Stadt Duisburg stehen, ihre Werke. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler zeigen Arbeiten aller künstlerischen Gattungen, wie Skulptur, Malerei, Grafik und Installationen. Damit bietet die Werkschau die Möglichkeit, einen Blick in die Kunstszene der Stadt und der umliegenden Region zu werfen.

 

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Meisterwerke des Expressionismus

Sammlungspräsentation

 

Der Expressionismus steht für den Aufbruch in eine neue Zeit. Er benennt nicht nur eine Stilrichtung in der Kunstgeschichte, sondern bestimmt eine ganze Epoche. Die Künstler strebten danach mit ihren Werken der Lebenswelt so nah wie möglich zu kommen, sie wollten die Gegenwart verändern. So entsteht ein Zeitgeist der Moderne, der noch heute in ihren Kunstwerken deutlich spürbar ist.

 

Das Lehmbruck Museum präsentiert zum Ende des Jahres seine Sammlung expressionistischer Meisterwerke im Neubau des Museums. Neben bedeutenden Arbeiten der Künstlergruppen „Brücke“, „Blauer Reiter“ und „Novembergruppe sind auch herausragende Gemälde von Karl Schmidt-Rotluff, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner und Otto Mueller zu sehen. Die Sammlungspräsentation ist ein Streifzug durch die Malerei des Expressionismus und gibt einen Überblick über die bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des frühen 20. Jahrhunderts.

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Ausstellung der Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums

Beginn: 26. August 2018

Kuratorinnen: Claudia Thümler, Sybille Kastner

 

Die Kunstvermittlung wird in diesem Jahr wieder eine große didaktische Ausstellung zeigen, bei der die Architektursprache des Museums, ihre Statik und Dynamik sowie die Wechselwirkung von  Außen- und Innenraum eine große Rolle spielen werden. Die Gestaltung von Raum und  Lebensraum spielt nicht nur im Museum, sondern im Alltag eines jeden Menschen eine essentielle Rolle und soll hier genauer unter die Lupe genommen werden. 

Auftakt zur Ausstellung  bildet ein großes Sommerfest am 26. August 2018, zu dem Familien mit Kindern und alle interessierten Bürger der Stadt bei freiem Eintritt eingeladen sind. Kunstaktionen und Führungen sorgen an diesem Tag  für ein abwechslungsreiches Programm.

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Über LehmbruckMuseum

In einem der reizvollsten Museumsbauten der Nachkriegszeit präsentiert das LehmbruckMuseum eine einzigartige Sammlung moderner Skulptur. Ausgehend vom Werk Lehmbrucks begegnen sich hier Primitivismus und Kubismus, Abstraktion und Expressionismus, Konstruktivismus und Minimalismus – in Werken von Picasso, Barlach, Brancusi, Dali, Magritte, Beuys oder Serra. Zudem verfügt das Museum über Deutschlands bedeutendste Giacometti-Werkgruppe. Wegweisende Wechselausstellungen und Veranstaltungen sowie die überregional beachtete Kunstvermittlung ergänzen die Sammlung und machen das Haus zu einem Ort der Kommunikation zwischen Mensch und Kunst.