Sculpture 21st: Jeppe Hein

06 JUNI 2016, LEHMBRUCK MUSEUM DUISBURG
Zusammenfassung
Der dänische Künstler Jeppe Hein (*1974) gilt als Pionier eines neuen, spielerischen Begriffs zeitgenössischer Skulptur, die ebenso durch Schönheit wie durch Präzision besticht. In der Reihe „Sculpture 21st“ lädt Jeppe Heins begehbare, kinetische Installation „Rotating Labyrinth“ in der großen Glashalle die Besucher ein, selbst körperlich aktiv zu werden.

„Meine Kunstwerke sollen im Idealfall Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und verschiedener Herkunft zusammenbringen und ihnen die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch geben“, so der Künstler.

Dieser Aspekt beeindruckt auch Duisburgs Kulturdezernent Thomas Krützberg besonders:
„Das Lehmbruck Museum ist ein Ort, der für unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen offen ist. Hier können sich die Menschen durch die Kunst selbst erfahren, finden aber auch Angebote zum Kommunizieren. Dieser Charakter spiegelt sich – im wörtlichsten Sinne – in diesem begehbaren Kunstwerk wider.“

Unter dem Titel „Sculpture 21st“ zeigt das Lehmbruck Museum seit 2014 monografische Präsentationen wichtiger Bildhauerinnen und Bildhauer des 21. Jahrhunderts, die grundlegende Fragen an die Kunst, das Museum und ihr Verhältnis zur Gesellschaft stellen. Mit Jeppe Hein präsentiert einer der wichtigsten Vertreter der partizipativen Skulptur des 21. Jahrhunderts sein Werk im Lehmbruck Museum.

Der 1974 in Kopenhagen geborene Künstler Jeppe Hein erregt mit seinen interaktiven Arbeiten das Interesse der Betrachter auf ausgefallene Weise. „Rotating Labyrinth“ ist Teil der Ausstellung „An der Oberfläche_On Surface“, die am 2. Juli eröffnet und von einer Publikation begleitet wird. Dr. Söke Dinkla schreibt in ihrem Essay, der im umfassenden Katalog zu finden ist:

Werke wie das „Rotating Labyrinth“ beziehen ihre Form und Funktion aus Labyrinthen in öffentlichen (oder privaten) Freizeit- und Vergnügungsparks, zugleich transformieren sie ihre profanen Urbilder in ästhetische Formen höchster Schönheit und Klarheit, wie sie nur die Kunst schafft: Fragmentiert und scheinbar unendlich vervielfältigt wie in einem Kaleidoskop nehmen die Besucher in dem sich drehenden Spiegellabyrinth das Bild ihrer selbst wahr. Die spiegelnden, glatten Stelen schließen den umgebenden Raum in das Werk mit ein; Ebenso integrieren sie die Besucher körperlich. In der dreiseitig verglasten, monumentalen Halle des Lehmbruck Museums bewirken sie nicht nur die Inklusion der Menschen, sondern auch die des umgebenden Parkraums, der im Innern des Museums in einen unendlich scheinenden Raum hinein erweitert wird. Jeppe Hein weist seinen Werken eine konkrete gesellschaftliche Rolle zu: „Unabhängig von ihrem Hintergrund, Geschlecht oder Alter, ganz gleich ob Kind oder Kunstkritiker, alle Menschen werden ermutigt, mit dem Werk, der Umgebung und den anderen Menschen zu interagieren.“


Rotating Labyrinth“ ist Teil der Ausstellung „An der Oberfläche_On Surface“, die am 2. Juli eröffnet wird. Es erscheint ein Katalog mit Essays von Dr. Söke Dinkla und Prof. Dr. Dietmar Rübel im Wienand Verlag mit 140 Seiten und 118 farbigen Abbildungen.



KURZBIOGRAFIE Jeppe Hein

Der dänische Bildhauer Jeppe Hein studierte an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen sowie an der Städel Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main.

Von 1997 bis 2000 war er Mitbegründer und Kurator des freien Ausstellungsformats OTTO in Kopenhagen.2008 hatte er eine Gastprofessur an der Aalborg Univeritet in Dänemark. Er ist Träger des Kunstpreises der Vordingborg Kommune in Dänemark (2011),des Robert-Jacobsen-Preises der Stiftung Würth (2012),des Ars Fennica-Preises der Henna und Pertti Niemisto Ars Fennica Art Foundation in Finnland (2013) und des Arkens-Kunstpreises in Dänemark (2014).


Einzelausstellungen (Auswahl)

2015: „This Way“, Kunstmuseum Wolfsburg, 2015: „ALL WE NEED IS INSIDE“, 303 Gallery, New York, 2015: „Jeppe Hein: Please Touch the Art“, Public Art Fund at Brooklyn Bridge Park, New York; 2014: „Stillhet“, Galleri Nicolai Wallner, Copenhagen; 2014: A Smile For You, Bonniers Konsthall, Stockholm, 2013: „YOU“, Johann König at St. Agnes, Berlin; 2012: Hexagonal Water Pavilion, Neues Museum Nürnberg; 2011: „I am right here right now“, Johann König, Berlin, 2011: „360°“, 21st Century Museum of Contemporary Art, Kanazawa, Japan; 2010: „Distance, IMA -Indianapolis Museum of Art, Indianapolis


TERMIN

Donnerstag, 9. Juni 2016, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung: Jeppe Hein



Abbildungen: Jeppe Hein, Rotating Labyrinth, 2007, 220 x 550 x 550 m, Courtesy KÖNIG GALERIE, Berlin, 303 Gallery, New York, and Galleri Nicolai Wallner, Copenhagen, Foto: Dejan Saric, Lehmbruck Museum

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Über LehmbruckMuseum

In einem der reizvollsten Museumsbauten der Nachkriegszeit präsentiert das LehmbruckMuseum eine einzigartige Sammlung moderner Skulptur. Ausgehend vom Werk Lehmbrucks begegnen sich hier Primitivismus und Kubismus, Abstraktion und Expressionismus, Konstruktivismus und Minimalismus – in Werken von Picasso, Barlach, Brancusi, Dali, Magritte, Beuys oder Serra. Zudem verfügt das Museum über Deutschlands bedeutendste Giacometti-Werkgruppe. Wegweisende Wechselausstellungen und Veranstaltungen sowie die überregional beachtete Kunstvermittlung ergänzen die Sammlung und machen das Haus zu einem Ort der Kommunikation zwischen Mensch und Kunst.