Sculpture 21st: Yvonne Roeb - Divine Beast

02 NOVEMBER 2015, LEHMBRUCK MUSEUM, DUISBURG
Zusammenfassung
Unter dem Titel „Sculpture 21st“ zeigt das Lehmbruck Museum seit 2014 monografische Präsentationen wichtiger Bildhauerinnen und Bildhauer des 21. Jahrhunderts, die grundlegende Fragen an die Kunst, das Museum und ihr Verhältnis zur Gesellschaft stellen.

Die junge Bildhauerin Yvonne Roeb tut dies in einer besonderen Weise: Mit ihrer Installation Divine Beast überführt sie die architektonische Grundstruktur des Baukörpers in ein Denkmodell. Hierfür bildet die Künstlerin den Stahlrahmen der Glashalle im Maßstab 1:20 nach und arrangiert ihre Skulpturen in diesem dreidimensionalen „Rahmen“. Hier versammeln sich nun so unterschiedliche Werke wie Go Go Gadget (2015), Midnight Rider (2009) oder Weltempfänger (2015). In diesem Denkgerüst einander zugeordnet nehmen sie uns in ihrer fast schon grotesken Leblosigkeit gefangen. Zugleich stellt sich eine emotionale Nähe und Verbundenheit mit den meist kleinformatigen skulpturalen Wesen aus der Tier- und Pflanzenwelt ein.

Die Strategie der Verkleinerung mit der Yvonne Roeb die Größe der Architektur auf ein menschliches Maß zurückführt, ist ein Kennzeichen auch ihres skulpturalen Werks und eine bewusste inhaltliche Setzung:

„Meine Kunst lebt stark von meiner persönlichen Arbeit, von der Nähe zum Detail und zum Material. Die Arbeiten zu vergrößern und ihnen dadurch schon eine Bedeutung zu geben, widerstrebt mir. Ich denke, dass es für Alles das richtige Maß gibt. Ich glaube auch, dass man einem Werk nicht mehr hinzufügen kann, als es selbst schon ist, noch darf man etwas weglassen.“ (Yvonne Roeb im Gespräch mit Dr. Söke Dinkla am 13. August 2015 in Duisburg) Für ihre Installation Divine Beast hat sie Skulpturen aus den wichtigsten Themenbereichen ihres Schaffens ausgewählt, die für sie eine persönliche, über die letzten Jahre bleibende Bedeutung besitzen: Das Traumhafte, Surreale, die Fragmentierung und die Verpaarung. Es gehe in ihrem Werk, so Roeb, um Naturkunde, um innere Kreisläufe und körperliche Prozesse. Diese Themen finden wir auch in den Werken der Duisburger Installation wieder. Ungewöhnlich ist Yvonne Roebs Materialwahl: Einige ihrer Skulpturen sind aus weichen Materialien wie Wachs, Silikon, Gips oder Tierhaar, andere aus Keramik, Metall, Polyester und Bauschaum. Oft werden ihre Oberflächen auf besondere Weise beschichtet, so dass sie etwas Anderes zu sein scheinen, als sie tatsächlich sind. Die Oberflächenbeschaffenheit ihrer Skulpturen verführt uns dazu, durch (imaginäres) Ertasten zu prüfen, ob wir unseren Augen trauen dürfen.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Beiträgen von Söke Dinkla und Michael Krajewski im Verlag der Buchhandlung Walther König.

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Über LehmbruckMuseum

In einem der reizvollsten Museumsbauten der Nachkriegszeit präsentiert das LehmbruckMuseum eine einzigartige Sammlung moderner Skulptur. Ausgehend vom Werk Lehmbrucks begegnen sich hier Primitivismus und Kubismus, Abstraktion und Expressionismus, Konstruktivismus und Minimalismus – in Werken von Picasso, Barlach, Brancusi, Dali, Magritte, Beuys oder Serra. Zudem verfügt das Museum über Deutschlands bedeutendste Giacometti-Werkgruppe. Wegweisende Wechselausstellungen und Veranstaltungen sowie die überregional beachtete Kunstvermittlung ergänzen die Sammlung und machen das Haus zu einem Ort der Kommunikation zwischen Mensch und Kunst.

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